„Erzählt mir doch nicht, dass es nicht geht! Sagt und zeigt, wie es geht!“
(Regine Hildebrandt, 1991)

Am 26.11.2001 stirbt Regine Hildebrandt im Alter von 60 Jahren nach langer, schwerer Krankheit. Nicht nur Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten trauern um die Kämpferin für mehr Gerechtigkeit. Die Betroffenheit umgreift Parteien, West und Ost, Jung und Alt. „Regine Hildebrandt war eine Frau, die anderen Menschen Mut gemacht hat. Eine, die Zuversicht geben konnte. Für viele Menschen, nicht nur in Not und Verzweiflung, war sie eine Hoffnung. Es lohnt, aufrichtig zu sein und sich für die Probleme zu interessieren – das war ihre Botschaft“, so formuliert es Bundeskanzler Gerhard Schröder bei der Trauerfeier.

„Die da oben? Die da unten? Und wo bin ich? Mittendrin. Nah genug, um den einen auf die Füße zu treten und den andern auf die Füße zu helfen.“
(Regine Hildebrandt, 1993)

Am 26.04.1941 in Berlin-Mitte geboren, studiert Regine Hildebrandt von 1959 bis 1964 Biologie an der Berliner Humboldt-Universität. Am 12.10.1989 tritt sie der Sozialdemokratischen Partei in der DDR bei. Bei den ersten freien Wahlen in der DDR wird sie in die Volkskammer gewählt und ist von April bis August 1990 Ministerin für Arbeit und Soziales im Kabinett von Lothar de Maizière. 1990 beruft Ministerpräsident Manfred Stolpe Regine Hildebrandt als Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen in die erste Landesregierung Brandenburgs. 1990 wird Regine Hildebrandt in den SPD-Parteivorstand gewählt, dem sie bis 2001 angehört – zuletzt immer mit dem besten Stimmergebnis. Im Jahr 1999 zieht sich Regine Hildebrandt aus der Landesregierung zurück, als es nach der Landtagswahl zur Koalition mit der CDU kommt.

„Gemeinsamkeit ist der Sinn unseres Lebens, nicht Abgrenzung und Ausgrenzung. Die solidarische Gesellschaft, sie steht und fällt mit uns.“
(Regine Hildebrandt, 1994)

Durch ihr offenes und volksnahes, oft auch undiplomatisches Auftreten ist Regine Hildebrandt weit über die Grenzen Brandenburgs hinweg populär. Dies kommt auch in den liebevollen Beinamen „Mutter Courage“ oder „Stimme des Ostens“ zum Ausdruck. Ihr Witz und ihre Schlagfertigkeit machen sie zur gesamtdeutschen Ikone, weil sie gleichzeitig überzeugte Bundesbürgerin und bekennende Ost-Frau ist.

„Wer sich nicht bewegt, hat schon verloren.“
(Regine Hildebrandt, 1996)

 

Bild: SPD Brandenburg