Im Juli 2013 gibt Matthias Platzeck überraschend bekannt, dass er aus gesundheitlichen Gründen von seinen Ämtern als SPD-Vorsitzender und Ministerpräsident Brandenburgs zurücktreten will. Der bisherige Innenminister Dietmar Woidke wird als sein Nachfolger vorgeschlagen. Am 26.08.2013 wählt der SPD-Landesparteitag Dietmar Woidke zum neuen Vorsitzenden der SPD Brandenburg. Am 28.08.2013 wird er vom Landtag Brandenburg zum dritten Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg gewählt.

Woidke ist Lausitzer, aufgewachsen auf dem Bauernhof seiner Familie in Forst, studierte Landwirtschaft und Tierproduktion in Berlin, schloss als Diplom-Agraringenieur ab und promovierte an der Humboldt-Universität. Seit 1994 gehört er dem Landtag Brandenburg an.

Woidke übernimmt das Ruder in Brandenburg in einer bundespolitisch sehr schwierigen Zeit. Mit der AfD wächst eine rechtspopulistische Partei, die gezielt auf Unzufriedenheit und Angst der Bürgerinnen und Bürger abzielt und dafür fremdenfeindliche und rassistische Vorurteile bedient. Bei der Bundestagswahl 2013 erreicht die AfD, die erstmals zur Wahl steht, in Brandenburg 6 Prozent der Stimmen. Sie verfehlt aber den Einzug in den Bundestag, da deutschlandweit das Ergebnis unter 5 Prozent liegt. In Brandenburg hingegen gewinnt die CDU sämtliche Bundestagswahlkreise und liegt auch mit 35 Prozent der Zweitstimmen weit vor dem SPD-Ergebnis mit 23 Prozent.

In dieser Situation ist der SPD-Landtagswahlkampf in Brandenburg mit dem neuen Ministerpräsidenten und Spitzenkandidaten Dietmar Woidke eine Herausforderung. Die SPD-geführte Landesregierung Brandenburgs kann nach wie vor gute Wirtschaftsdaten und steigenden Wohlstand aller vorweisen. 66 Prozent der Brandenburgerinnen und Brandenburger empfinden ihre eigene wirtschaftliche Lage als gut (perspektive21, Nr. 61, S. 36). Höchste Kompetenzwerte werden der SPD bei Wirtschaft, sozialer Gerechtigkeit und Bildung zugeschrieben. Eine gute Ausgangslage für Dietmar Woidke.

Hier finden Sie die Bilanz der rot-roten Landesregierung in der Legislatur 2009–2014.

 

Titelbild: Die Hoffotografen