Plötzlich und unerwartet erleidet Klaus Ness am 17.12.2015. Die SPD Brandenburg ist geschockt. „Ich habe heute einen guten Freund und langjährigen politischen Weggefährten verloren“, sagt Dietmar Woidke. Ness war strategischer Kopf der SPD, Vordenker, Analytiker. 1962 in Peine in Westfalen geboren, trat Klaus Ness mit 15 Jahren 1977 der SPD bei und kam 1991 nach Brandenburg. Er war seit 2007 mit der SPD-Kommunal- und Landespolitikern Martina Gregor-Ness verheiratet. Ness war von 1994 bis 2005 SPD-Landesgeschäftsführer, begleitete Matthias Platzeck ins Willy-Brandt-Haus und wurde 2006 Generalsekretär der SPD Brandenburg und 2013 SPD-Fraktionsvorsitzender im Landtag Brandenburg.

Frank-Walter Steinmeier, damals Bundesaußenminister, in seinem Nachruf auf Klaus Ness:
„Sein unermüdlicher Einsatz für das Land Brandenburg und die deutsche Sozialdemokratie, sein couragiertes Engagement gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus und sein Mut zum offenen Wort und zur Diskussion haben nicht nur den politischen Diskurs in Brandenburg geprägt.“

„Er war einer der ganz großen Parteistrategen unserer Generation.“
(Sigmar Gabriel)

Ein Thema durchzog die Vita und die Weltanschauung von Klaus Ness wie kein anderes: Der aktive Kampf gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Er war die treibende Kraft dafür, dass in Brandenburg seit den 90er-Jahren keine Ausreden und Ausflüchte gefunden wurden, sondern dass das Problem Rechtextremismus offen angesprochen und offen bekämpft wurde. Das geschah nicht nur durch staatliche Repression, sondern durch ein breites Bündnis der Zivilgesellschaft. Klaus Ness war einer der vehementen Verfechter des neuen Artikel 7a in der Brandenburger Landesverfassung – vielleicht ein Teil seines Vermächtnisses:
„Das Land schützt das friedliche Zusammenleben der Menschen und tritt der Verbreitung rassistischen und fremdenfeindlichen Gedankenguts entgegen.“
Ein solches Staatsziel besitzt kein anderes Bundesland.

 

Bild: Oliver Lang