Eine wachsende Partei hat wachsende Raumanforderungen. Die Geschäftsstelle der SPD Brandenburg, das Otto-Wels-Haus in der Friedrich-Ebert-Straße 61, ist Ende 2005 vor allem für Beratungen zu klein geworden. Daher mietet sich die Partei nur wenige Meter entfernt in der Alleestraße 9 ein. Die neuen Räume sind also gleich um die Ecke.

Die Landesgeschäftsstelle wird am 10.04.2006 feierlich getauft und heißt fortan Regine-Hildebrandt-Haus. Regine Hildebrandt (1941 – 2001), „Mutter Courage des Ostens“, 1990 bis 1999 Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen des Landes Brandenburg. Im Haus hängt seitdem ihr Portrait mit dem Zitat: „Wer sich nicht bewegt, hat schon verloren“ und erinnert alle, die hier arbeiten oder zu Gast sind, an die große Sozialdemokratin.

Ein Umzug hat privat als auch beruflich immer gute und schwierige Seiten. Man freut sich auf das Neue. Zuvor muss aber alles verpackt werden. Dabei fallen einem dann Sachen in die Hände, die an besondere Ereignisse erinnern. „Weißt du noch…“ Umzüge regen auch zum Entsorgen an. Jede und jeder kennt das Problem des Loslassens von Dingen, weil sie nicht mehr gebraucht werden. Aber kaum hat man sich getrennt, werden genau diese Dinge wieder interessant, modern oder wichtig.

Das Einpacken, Umziehen und wieder Auspacken ist für alle Kolleginnen und Kollegen ein Kraftakt. Aber nach einem beschwerlichen Umzug kommt der Wohlfühleffekt im neuen Haus. Und meist gibt es dann auch eine ausgelassene Einweihungsparty. So auch im Regine-Hildebrandt-Haus, Alleestraße 9.

Am 26.04.2006 gibt es ein fröhliches Hoffest mit Besichtigung der neuen Räumlichkeiten. Das Fest ist sehr gut besucht, das Wetter spielt mit und die Stimmung ist gut. Die neuen Räume riechen noch etwas nach frischer Farbe. Dagegen hilft Lüften. Auf dem Hof ist ein geselliger Austausch bei Bratwurst und Bier oder einem anderen Getränk. Plötzlich ertönt ein Alarmton und kurz darauf steht auch schon die Feuerwehr auf dem Hof. Zum Glück stellt sich heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelt. Der Rauch vom Grill war durch ein geöffnetes Fenster gezogen.

Nach Otto Wels, dem Namensgeber der ersten Landesgeschäftsstelle, ist im neuen Haus der große Sitzungssaal benannt. Der in Berlin 1873 geborene Otto Wels führte die SPD in der schweren Zeit des Exils von 1933 bis zu seinem Tod 1939 an. Er leitete die Geschäfte des Vorstandes und koordinierte den Widerstand aus den Reihen der SPD gegen das Nazi-Regime.

 

Bilder: SPD Brandenburg